Projekt

Das ganzheitliche Konzept NeuroCare besteht zusammenfassend aus folgenden Elementen:

  • Screening (Instrument zur Erfassung kognitiver Beeinträchtigungen)
  • Training für Nutzer/Betroffene zum Erhalt und zur Stärkung der kognitiven Fähigkeiten (kognitives Training)
  • Erkennung kognitiver Veränderungen (Krankheitsfortschritt/Verschlechterung)
  • Bereitstellen von Informationen für alle Beteiligten (Betroffene, Angehörige, Betreuungskräfte, Ärzte etc.)
  • Austausch und Kommunikation zwischen den Beteiligten
  • Vernetzung zwischen allen beteiligten Akteuren in NeuroCare
  • Umfassende Schulung
  • Fort- und Weiterbildung zu AAL-Beratern
  • Serviceportal mit Beratern

Demographischer Wandel: Zunahme des Anteils älterer, allein lebender Menschen und Zunahme von Menschen mit demenziellen Syndromen

2005 lebten in Deutschland 82,4 Millionen Menschen. Nach Prognosen des Statistischen Bundesamtes wird diese Zahl bis im Jahr 2050 auf 68,7 bis 79,5 Millionen zurückgehen. Die Zahl der über 80-Jährigen wird von 4 Millionen (2005) auf etwa 10 bis 11,7 Millionen im Jahre 2050 ansteigen. Parallel dazu steigt die Zahl der Menschen mit Demenz; statistisch sind 5-8% der 65-Jährigen, 15-20% der 75-Jährigen und 25-50-Jährigen betroffen. Aktuell leben weltweit 35 Millionen Menschen – in Deutschland geschätzte 1,2 Millionen – mit Demenzerkrankungen verschiedener Ätiologie – bis zu 70% davon sind Alzheimerpatienten; bei einer 20-Jährigen Verdoppelungsrate wird es bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts über 100 Millionen Betroffene – in Deutschland ca. 2,5 Millionen – geben (International AsD, 2010).

Damit einher geht der in der Ausschreibung dargestellte Pflegenotstand und Bedarf an ganzheitlichen Konzepten, die Angehörige und Pflege- bzw. Betreuungskräfte in der Betreuung von allein lebenden Senioren mit kognitiven Einschränkungen (vor allem Demenz) unterstützen und ihnen durch die Bereitstellung von NeuroCare Diensten und Informationen sowohl technische als auch emotionale und kognitive Sicherheit geben.

Pflegende Angehörige: Pflege der Betroffenen durch Angehörige ohne tiefergehende medizinische Vorbildung

Leben die Angehörigen in einem Haushalt mit dem Betroffenen, so ergeben sich je nach Ausprägung der Krankheit bislang nicht vorhandene Belastungen und Konfliktpotentiale. Über den gesamten Krankheitsverlauf sieht sich der Angehörige Problemen gegenüber, welche durch seine zumeist nicht tiefergehend vorhandenen medizinischen Kenntnisse oder fehlende Informationen hinsichtlich Behandlung und Therapie ausgelöst werden können. Dennoch ist es gerade an ihm Entscheidungen für den Betroffenen, seine Behandlung und Therapie zu treffen. Durch Missverständnisse oder fehlende Sprachkenntnisse kann es in diesem Zusammenhang auch zu Konflikten mit der behandelnden Fachkraft oder dem Pflegepersonal kommen. Ein Aspekt welcher an dieser Stelle nicht zu vernachlässigen ist, sind die finanziellen Ausgaben für Pflege, Betreuung, Behandlung und Therapie. Dies erzeugt einen zusätzlichen Druck und ggf. Konflikte innerhalb der Familie. Der Angehörige ist somit einer erhöhten psychischen und physischen Belastung ausgesetzt, welche durch eventuell nicht vorhandene Austauschmöglichkeiten mit anderen Betroffenen oder fehlende Unterstützung durch andere Angehörige oder Pflege- bzw. Betreuungskräfte verstärkt werden kann. Ein Ziel von NeuroCare ist es genau diese pflegenden Angehörigen bzw. Pflege- und Betreuungskräfte (welche eventuell nur einmal am Tag bei dem Betroffenen vorbeikommen) durch unterschiedliche Module und Services gezielt im Alltag mit dem Klienten zu unterstützen und zu entlasten.

Thematische Zielsetzung & Evaluation anhand von praxisrelevanten Szenarien

Sowohl die korrekte Funktionsweise der entwickelten Konzepte als auch Effekte bei der Nutzung des NeuroCare Systems und einzelner Komponenten werden anhand des folgenden Szenarios validiert:

Das Verhalten von Herrn Maier hat sich in den letzten Monaten zunehmend verändert. Er ist nicht mehr so kontaktfreudig, verlässt kaum noch sein Haus und im Gespräch fällt auf, dass er immer häufiger Begriffe mühsam umschreiben muss. Zudem bemerken seine Angehörigen, dass Herr Maier immer wieder vereinbarte Termine nicht wahrnimmt und er zunehmend bei eigentlich bekannten Umgebungen orientierungslos wirkt. Sie vermuten daher „Demenz“, möchten helfen, wissen aber nicht recht wie. Mit dem Krankheitsbild kennen sie sich nicht aus. Durch eine Internetsuche stoßen die Angehörigen auf das NeuroCare Portal. Dort erhalten sie alle relevanten Informationen über Demenz. Dies beinhaltet auch regionale Angebote wie z.B. eine Veranstaltungsankündigung für einen Vortrag über Demenz durch eine karitative Einrichtung „um die Ecke“. Weiterhin haben sie die Möglichkeit sich mit Personen, die sich in einer ähnlichen Lage befinden, auszutauschen und dauerhaft zu vernetzen. Dabei wird der regionale und sprachlich-kulturelle Hintergrund des Informationssuchenden berücksichtigt. Auch auf die professionelle Hilfe über die AAL Services kann schnell, direkt und bequem zugegriffen werden.

 

Das NeuroCare-Konsortium hat im Rahmen der Projektlaufzeit (3 Jahre) folgende Software-Komponenten implementieren können:

  • NeuroCare Portal: ist die Einstiegskomponente in das NeuroCare System und bietet u.A. eine multilinguale Plattform für die Benutzer-Verwaltung, informatives Material rund um Demenz, ein soziales Netzwerk in Form eines Forums, Informationen über alle NeuroCare Komponenten und AAL-Dienste an, uvm… Das Portal kann über folgenden Link aufgerufen werden. Unter Verwendung der Userdaten, die auf der Portal-Seite oben eingeblendet werden, kann man sich im Portal einloggen.
  • NeuroCare Screening: ist der Kern des NeuroCare Assistenten und stellt eine standardisierte Testung dar, mit der mögliche kognitive Einschränkungen aufgedeckt werden können. Das Screening wurde als Tablet-App implementiert und umfasst mehrere Aufgaben für verschiedene Hirnleistungsbereiche sowie zwei Fragebögen. Die Ergebnisse der Screeningstestung dienen auch dazu, das Training im Rahmen des NeuroCare Trainers zu individualisieren. Ein paar Screenshots von den Screeningsaufgaben werden im Folgenden vorgestellt. Die App kann man auf Anfrage an das Konsortium auch zu Testzwecken erhalten:

screening_mosaiktest_1  screening_mosaiktest        screening_paarassoziationstes screening_paarassoziationstest

screening_tmt_1   screening_tmt       screening_zahlen ordnen_1  screening_zahlen ordnen

screening_adls_1

  • NeuroCare Testbatterie: ist eine umfassendere Testung als das Screening und besteht aus insgesamt sieben Aufgaben, die wiederum aus Teilaufgaben für bestimmte Leistungsbereiche bestehen. Die Testbatterie ist als Tablet-App implementiert und dient dazu, ein individuelles kognitives Profil für jeden Benutzer zu erstellen. Ein nachfolgendes Training mit Hilfe des NeuroCare Trainers kann so individuell auf den Anwender ausgerichtet werden. Ein paar Screenshots von den Testbatterie-Aufgaben werden im Folgenden vorgestellt. Die App selbst kann man auf Anfrage an das Konsortium zu Testzwecken erhalten:

testbatterie_bilderordnen_2  testbatterie_bilderordnen_1       testbatterie_worteliste_1  testbatterie_worteliste_2 

testbatterie_lesesinnverstaendnis_2   testbatterie_lesesinnverstaendnis_3      testbatterie_memory_1      testbatterie_mosiaktest_1   testbatterie_mosiaktest_3

  • NeuroCare Trainer: ist die Trainingsanwendung, die im Rahmen des NeuroCare Projektes entwickelt worden ist. Sie ist als Tablet-App implementiert worden und besteht aus mehreren wissenschaftlich konzeptionierten Trainingsaufgaben. Das Training wird am Anfang durch die Ergebnisse der Screeningstestung initialisiert und passt seine Schwierigkeitsgrade progressiv sowie degressiv an den aktuellen kognitiven Fähigkeiten des Benutzers an. Einpaar Screenshots von den Trainer-Aufgaben werden wie folgt vorgestellt. Die App selbst kann man auf Anfrage an das Konsortium auch zu Testzwecken erhalten:

Trainer_Kategorienmemory    Trainer_Querdenken    Trainer_Tagesplan    Trainer_Worteinfall-1    Trainer_Worteinfall-2

  • NeuroCare Konfigurator: ist eine Webanwendung, mit der auch nicht-Programmierer die Trainingsaufgaben für bestimmte Benutzer anpassen können. Damit können z.B. Bilder hochgeladen werden, um daraus graphisch-basierte Trainingsübungen zu erstellen. Zusätzlich gibt es den Konfigurator als eine Windows-Anwendung, mit der sich Anwendungen (wie der Trainer, der 1×1 Kurs und die Lernmodule) erstellen und für verschiedene Plattformen (iOS, Android, Web) exportieren lassen. Einpaar Screenshots vom Konfigurator werden wie folgt vorgestellt. Die Anwendung selbst kann man auf Anfrage an das Konsortium auch zu Testzwecken erhalten: 

konfigurator-1    web-konfigurator-1

  • Der 1×1 Kurs: ist als ein Einstiegskurs gedacht und beinhaltet wertvolle Informationen über Demenz-Formen, -Verläufe und -Ursachen. Er beinhaltet außerdem Informationen rund um die NeuroCare-Komponenten sowie Übungs- und Testbeispiele aus dem NeuroCare Trainer. Der 1×1 Kurs kann über folgenden Link aufgerufen werden.
  • NeuroCare Lernmodule: sind speziell für bestimmte Zielgruppen ausgeschnittene Kurse. Sie bestehen sowohl aus Grundkursen für Betroffene und Angehörige zu der Verwendung von technischen Geräten sowie zum Umgang mit dem NeuroCare Trainer als auch aus weiterführenden Kursen für Pflegekräfte, die als Präsenz-Veranstaltungen mit E-Learning Anteilen angeboten werden. Folgende Screenshots können vorgestellt werden:

Lernmodule_1    Lernmodule_2    Lernmodule_3    Lernmodule_4    Lernmodule_5

 

 

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